Arco (deutsch, veraltet Arch) ist eine Stadt circa fünf Kilometer nördlich des Gardasees am Unterlauf des Flusses Sarca. Arco liegt in der Provinz Trient.
Allgemeines
Durch seine geschützte Lage umgeben von Bergen (Gardaseeberge, Ausläufer der Brenta-Gruppe) und die Nähe zum Gardasee herrscht in Arco ein einzigartiges Mikroklima. Dieses milde Klima begünstigt das Wachstum z.B. von Palmen in alpin anmutender Umgebung. Die Stadt ist deswegen auch Luftkurort (Stazione di cura e soggiorno).
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde Arco zum Wintersitz des österreichischen Kaiserhofs. In dieser Zeit entstanden dort zahlreiche Jugendstilvillen von adligen und bürgerlichen Familien, unter anderem die des Erzherzogs Albrecht, der hier 1895 verstarb. Das bauliche Gesamtbild ist auch heute noch erhalten.
In den weitläufigen Parkanlagen der Stadt verfügt Arco über ein bedeutendes Arboretum, das auch Mammutbäume beherbergt.
Die Stadt wird jedes Jahr ab Frühling von zahlreichen Touristen bevölkert. Die größte Gruppe machen dabei die Kletterer und Mountainbiker aus.
Collegiata dell'Assunta
Collegiata dell'Assunta
Arco hat eine sehenswerte Altstadt mit vielen kleinen Gassen, Geschäften und Bars. Beliebter Mittelpunkt ist dabei die Piazza 3 Novembre (Platz des dritten November), der zentral vor der großen Kirche S.M. Assunta di Arco gelegen ist. Das eigentliche Stadtgebiet befindet sich zentral und ringförmig um den Burgberg gelegen. Rings um die Stadt sind zahlreiche eingemeindete Orte (Frazione, Localit?†), die ihr eigenes Ortsleben behalten haben und -bis auf die Verwaltung- fast autark sind. Das Ortsgebiet ertreckt sich demnach nach Osten und Westen bis zu den angrenzenden Bergen, nach Norden ist es durch den Ort Dro begrenzt, nach Süden reicht es ein kleines Stück weit sogar bis an den Gardasee zwischen Riva del Garda und Torbole.
Stadtzentrum mit Blick auf die Burg
Stadtzentrum mit Blick auf die Burg
Castello di Arco (Burgruine Arco)
Auf dem Burgfelsen in der Altstadt befinden sich die Ruinen der mittelalterlichen Burgruine Arco. Diese war in verschiedenen Jahrhunderten der Mittelpunkt von Streitigkeiten zwischen Parteien aus Verona, Tirol, Frankreich, Bayern und Mailand. 1495 entstand aus der Hand Albrecht Dürers ein Gemälde der Stadt mitsamt noch intakter Burg. Von der Burg aus führt eine Wanderung entlang eines Kreuzweges auf den Monte Collodri.
Blick zur Burg Arco
Blick zur Burg Arco
Verkehr
Arco liegt an der Staatsstraße SS45bis, die von Trento entlang des westlichen Gardaseeufers bis nach Cremona reicht, sowie an der SS240dir, eine Stichstraße von Nago der Staatsstraße SS240 von Storo nach Rovereto. Rovereto-Süd ist der nächste Anschluss an eine Autobahn, nämlich an die A 22, die italienische Brennerautobahn, die im Norden nach österreich reicht, und im Süden nach Verona bzw. Modena.
Bis 1936 war die Stadt durch die Arco-Mori-Riva Bahn an das Eisenbahnnetz angebunden. Der aufgelassene Bahnhof wird heute als zentrale Busstation (Stazione) genutzt. Von hieraus erreicht man die umliegenden Orte, darunter Rovereto, wo sich der nächste Bahnhof der italienischen Staatsbahn befindet, sowie Riva del Garda am Gardasee, mit dem Schiffsverkehr.
In den letzten Jahren wurden großzügige Umgehungsstraßen angelegt, was den Verkehr in der Stadt, besonders zu den Berufsverkehrszeiten, deutlich vermindert.
Sport
Am 2. Juni 2001 endete die 14. Etappe des Giro d‚ÄôItalia in Arco, es siegte der Kolumbianer Carlos Contreras Ca?±o.
Arco ist durch seine Lage ein beliebtes Klettergebiet. Jedes Jahr im September findet der Rock Master, ein Klettercup statt. Die Berglandschaft um Arco bietet Sportklettergebiete wie auch viele längere alpine Touren bis zu 1000 m Kletterlänge.
Daneben ist Arco Ausgangspunkt vieler Besucher für Mountainbike-Touren sowie für Bergwanderungen.
Söhne und Töchter der Stadt
* 1858, 15. Januar, Giovanni Segantini, Maler
* 1859, 21. Oktober, Julius Trautzl, Bildhauer und Medailleur
* 1886, 03. Juli, Gianni Caproni, Ingenieur und Luftfahrtpionier
* 1901, 21. Juli, Federico Vender, Ingenieur und Fotoapparaterfinder
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